Über die OERcamps

Das Treffen für alle, die sich für freie und offene Bildung engagieren

Das OERcamp ist das Treffen der Praktiker*innen zu digitalen und offenen Lehr-Lern-Materialien im deutsch­spra­chigen Raum. Thema der OERcamps sind Open Educa­tional Resources (OER), verstanden als Lehr-Lern-Materialien unter freien und offenen Lizenzen. Das erste OERcamp hat bereits 2012 in Bremen statt­ge­funden. Bis jetzt gab es 43 OERcamp-Veran­stal­tungen in unter­schied­lichen Städten in ganz Deutschland verteilt sowie online. Jedes Camp mit bis zu 300 Teilneh­menden aus allen Bildungs­be­reichen.

Die OERcamps eröffnen neue und zeitgemäße Lernformate, die auf Offenheit, Teilen, Parti­zi­pation und Gleichheit basieren. Sie sind das geeignete Bildungs­format für eine Zeit, in der wir nicht nur darauf angewiesen sind, festes Wissen zu übertragen, sondern auch neues Wissen gemeinsam zu schaffen. Bei den OERcamps geht es zudem ums Teilen, Disku­tieren und um das Verhandeln von Lösungen in einer Welt des Wandels. Sie sind zudem ein zentraler Baustein zur Vernetzung im Rahmen der OER-Strategie des BMBFSFJ (Bundes­mi­nis­terium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend).

Die Camps sind auch Quelle der gemein­samen Entwicklung und Nutzung von OER. Sessions werden des Weiteren mit Hilfe von kolla­bo­ra­tiven Textdo­ku­menten, Blogs, Podcasts usw. dokumen­tiert, die meist unter einer CC BY-Lizenz geteilt werden. Seit Beginn wurden Hunderte von Dokumenten erstellt sowie unzählige OER-Aktivi­täten erschaffen, initiiert, gefördert, kataly­siert und angestrebt.

OERcamps – Mainstreaming offener Bildung durch Barcamps

Die OERcamps bieten einen radikalen „Offen für Alle“ -Ansatz, indem sie die Hinder­nisse für die Teilnahme verringern. Dies geschieht, indem Teilnah­me­ge­bühren und alle formalen Anfor­de­rungen beseitigt sind und indem die Bildungs­be­reich-übergrei­fende Zusam­men­arbeit sowie die „peer-to-peer“ Unter­stützung von Teilneh­menden gefördert ist. Die OERcamps bieten eine Basis und ein Zentrum für die wachsende deutsche OER-Community.

Das Herzstück der OERcamps ist das „Unkonferenz“-Format der Barcamps. In den letzten Jahren sind die OERcamps auf mehr als 10 Veran­stal­tungen pro Jahr in unter­schied­lichen Formaten angewachsen. Zudem gibt es ein Barcamp-Buch sowie eine Sammlung von CC BY-lizen­zierten Materialien, die von einer Gemein­schaft von OER Akteur\*innen erstellt wurden. Sogar eine Reihe von Webtalks, Lehrvideos und eine virtuelle SummOER­school wurde erstellt, um Pädagog\*innen in Zeiten von Covid-19 zu unter­stützen.

Die OERcamps wurden von 2017 bis März 2024 vom Bundes­mi­nis­terium für Bildung und Forschung unter den Bewil­li­gungs­nummern 01PO18025 und 01P023002 finan­ziert. Im Zeitraum von 2024 bis 2028 werden sie durch das BMBFSFJ gefördert unter der Bewil­li­gungs­nummer 01PO2400.

Zahlen und Fakten zu den OERcamps

  • 1105 Sessions und 396 Workshops inkl. Inputs
  • über 7284 Anmel­dungen
  • 100+ veröf­fent­lichte Ergeb­nisse
  • vielfältige Materialien zu finden auf unserer OERcamp-Materi­al­seite
  • 300 produ­zierte Videos auf unserem OERcamp-YouTube-Kanal

Presse­ma­te­rialien

Für Fragen, weitere Inhalte, Inter­views etc. ist das OERcamp immer offen!

Einblicke zu den Veran­stal­tungen

Folgende Videos geben Einblicke in Veran­stal­tungen, Formate und Themen der OERcamp-Community. Sie zeigen, wie Austausch, gemein­sames Arbeiten und offene Bildungs­praxis bei den OERcamps konkret aussehen.

Die OER-Strategie Deutsch­lands, die UNESCO Recom­men­dation zu OER und das OERcamp

Das OERcamp sieht sich in seiner Ausrichtung für die Jahre 2024 bis 2028 insbe­sondere der OER-Strategie des BMBF/BMBFSFJ von 2022 und der UNESCO-Empfehlung zu OER von 2019 verpflichtet. Das OERcamp versteht sich als Gastgeber für Impulse und Diskus­sionen zur Gestaltung von Bildung im Allge­meinen und Open Education, OER und OEP im Beson­deren im Sinne der in der OER-Strategie beschrie­benen Handlungs­felder und der in der UNESCO Recom­men­dation aufge­führten Actions Areas.

  • OER-Kompetenz pädago­gi­scher Fachkräfte verankern und aufbauen
  • Neue Koope­ra­tionen entwi­ckeln: Von OER zu Open Educa­tional Practices (OEP)
  • Technische Grund­lagen und Struk­turen für OER und OEP etablieren
  • Innovation und lernort­über­grei­fende Bildung mit OER unter­stützen
  • OER mit nutzer­zen­trierter, anwen­dungs­ori­en­tierter und vernet­zender Forschung begleiten
  • Umsetzung: Initia­tiven und Akteure digital unter­stützter OER-Praxis zusam­men­führen

zu der BMBFSFJ-OER-Strategie

  • Ausbau der Kompetenz von Nutzern, OER zu erstellen, auf sie zuzugreifen, sie weiter­zu­ver­wenden, zu bearbeiten und weiter­zu­ver­breiten
  • Entwicklung förder­licher politi­scher Rahmen­be­din­gungen
  • Förderung effek­tiver, inklu­siver, chancen­ge­rechter, zugäng­licher und hochwer­tiger OER
  • Förderung der Entwicklung von zukunfts­fä­higen Modellen für OER
  • Förderung und Ermög­li­chung inter­na­tio­naler Zusam­men­arbeit
zu der UNESCO Recom­men­dation

OERcamp – Auszeich­nungen und Erwäh­nungen

Die Arbeit des OERcamps wurde mehrfach inter­na­tional gewürdigt. 2020 erhielt das OERcamp den Open Innovation Award for Excel­lence von Open Education Global. Außerdem wurde es im EDUCAUSE Horizon Report als Beispiel für einen Inkubator offener Bildung erwähnt. Auch in einem UNESCO-Bericht zu OER-Aktivi­täten in Deutschland wird das Barcamp-Format als wichtiger Beitrag zur Entwicklung einer starken OER-Community beschrieben.

Das OERcamp freut sich sehr über die besondere Auszeichnung des Open Innovation Award 2020 . Diese wurde vom OE Awards Committee „Open Education Global“ verliehen.

Open Innovation Award for Excellence 2020 – OERcamp

Statement des OE Award Committees (Übersetzung):

„Der Open Innovation Award for Excel­lence wird für eine heraus­ra­gende Innovation verliehen, die einen neuen Ansatz für Open Education verfolgt. Dazu gehören Ideen oder Lösungen, die innovative Anwen­dungen von OER präsen­tieren, um neue Möglich­keiten zu schaffen oder bestehende Heraus­for­de­rungen in der offenen Bildung anzugehen. Diese Auszeichnung wird vom OE Awards Committee ausge­wählt, um wirklich außer­ge­wöhn­liche Arbeiten im Bereich Open Education anzuer­kennen. Wir begrüßen Ihr Engagement für Offenheit, Zugang, hohe Qualität und Innovation, das sich in Ihrer Arbeit und Vision zeigt.“
Die Arbeit der OERcamps wurde durch den 2020 EDUCAUSE Horizon Report | Teaching and Learning Edition, p. 27 anerkannt:
„To encourage and support such initia­tives, countries such as Germany have developed the #OERcamp, which serves as an incubator through informal meetups across the country.“
Im Bericht über OER-bezogene Aktivi­täten in Deutschland im Auftrag der UNESCO (Orr, Neumann, Muuß-Merholz 2017, S. 8) heißt es:
„Since OER activities are mostly driven bottom-up, there has been a need for sharing questions, experi­ences and materials between players, who have been isolated in their own insti­tu­tions. These players found oppor­tu­nities for sharing in cross-sector events and commu­nities. Especially the barcamp/unconference format turned out to fit tremen­dously well developing a strong German OER community.“

Was ist denn überhaupt ein Barcamp?

Barcamp – gibt es hier eine Bar? Nein, meistens nicht. Der Name stammt aus der digitalen Szene: Als Gegen­entwurf zum nur auf Einladung zugäng­lichen „Foo Camp“ entstand das offene „Barcamp“. „Foo“ und „Bar“ werden in der Program­mierung oft als Beispiel­wörter genutzt, wenn der konkrete Inhalt noch offen ist. Das passt gut zum Barcamp: Der Rahmen der Veran­staltung steht fest, aber die Themen entstehen erst durch die Teilneh­menden.

Ein Barcamp ist deshalb keine klassische Konferenz mit festge­legtem Programm. Das Programm entsteht zu Beginn der Veran­staltung gemeinsam. Teilneh­mende schlagen Sessions vor: Das können Diskus­sionen, kurze Impulse, Fragen, Erfah­rungs­aus­tausch oder gemeinsame Arbeits­phasen sein. Anschließend wählen alle aus, woran sie teilnehmen möchten.

Beim OERcamp nutzen wir Barcamps, weil das Format besonders gut zu Open Educa­tional Resources passt. Es geht um Offenheit, Betei­ligung, Teilen und gemein­sames Weiter­ent­wi­ckeln. Menschen bringen ihr Wissen ein, lernen vonein­ander und entwi­ckeln Ideen oder Materialien gemeinsam weiter.

Wer mehr über Barcamps erfahren oder selbst ein Barcamp organi­sieren möchte, findet auf selbst​lernen​.net viele freie Materialien: Anlei­tungen, Check­listen, Vorlagen, Podcast-Folgen und das frei verfügbare Barcamp-Buch.

Kontakt zum OERcamp

Ansprech­part­nerin: Karoline Lorscheider

Team OERcamp
www​.oercamp​.de | #oercamp
kontakt@​oercamp.​de | +49 40 340 686 33

c/o Agentur J&K – Jöran und Konsorten, Schmi­lin­skystr. 45, 20099 Hamburg
Träger der OERcamps ist die Agentur J&K – Jöran und Konsorten.

Logo der Agentur J&K – Jöran & Konsorten
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