Am 24. und 25. September 2025 fand die neunte Konferenz Bildung Digita­li­sierung (KonfBD) in der Urania in Berlin statt. Das Motto der KonfBD25 lautet „POWER UP – Souverän für die digitale Trans­for­mation“.

Das OERcamp gestaltete unter diesem Dach sechs Programm­stunden im Parallel-Programm und ergänzte damit das Gesamt­pro­gramm um die Perspektive „powOER up!

Neben dem vorab kuratierten Programm, gab es natürlich auch ein Barcamp, aller­dings in einer Mini-Speedy-Variante.

Neu ergänzt: Zu einzelnen Konfe­renz­bei­trägen sind ab sofort (Stand 7.1.2025) Videos und die entspre­chenden Präsen­ta­ti­ons­folien verfügbar. So lassen sich die Vorträge in Ruhe nachschauen, erneut aufgreifen oder für die eigene Arbeit nutzen. Die Videos stehen – sofern nicht anders gekenn­zeichnet – unter der Lizenz CC BY 4.0 und können damit frei verwendet, geteilt und weiter­ver­ar­beitet werden.

Impres­sionen vom OERcamp

Offene Bildung entdecken: Einstieg in OER und OEP

Dr. Nicole Hagen, Frank Homp

24.09.2025 13:30 Uhr

Offene Bildungs­res­sourcen (OER) und offene Bildungs­prak­tiken (OEP) stehen für mehr als nur den Zugang zu freien Materialien – sie eröffnen neue Wege für nachhaltige Quali­fi­zierung, chancen­ge­rechte Teilhabe und gemein­sames Lernen. In dieser Einführung beleuchten wir, wie OER und OEP zur langfris­tigen Quali­täts­si­cherung in Bildungs­pro­zessen beitragen, wie sie Ressourcen schonen und wie sie Zugänge zu Bildung fairer gestalten können. Die Teilneh­menden erhielten einen verständ­lichen Überblick über Grund­lagen, Lizenz­mo­delle und Anwen­dungs­bei­spiele – mit beson­derem Fokus auf ihre Rolle in profes­sio­neller Entwicklung und struk­tu­reller Bildungs­arbeit. „Offene Bildung entdecken: Einstieg in OER und OEP“ richtete sich an alle, die Grund­lagen zu OER und OEP kennen­lernen und eigene Einsatz­mög­lich­keiten ausloten wollten.

Männlich gelesene Person hinter einem Rednerpult vor einem großen Präsentations-Bildschirm stehend. Vor ihr sitzt Publikum.
Frank Homp führt durch die Welt von OER und OEP | Bildnachweis: Phil Dera / Forum Bildung Digita­li­sierung; nicht unter freier Lizenz.

Deutsch­lands OER-Strategie

Detlef Reuter, Referat „Infra­struk­tur­för­derung Schule“ im Bundes­mi­nis­terium für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ)

24.09.2025 14:00 Uhr

Seit 2022 hat Deutschland eine Strategie für Open Educa­tional Resources, kurz: eine OER-Strategie. Das Ziel: die Schaffung eines nachhal­tigen OER-Ökosystems aus Techno­logien, Dienst­leis­tungs- und Vernet­zungs­an­ge­boten, um das deutsche Bildungs­system nachhaltig zu stärken und zu moder­ni­sieren. 

Der Beitrag fasste die Hinter­gründe und Historie der OER-Strategie zusammen. Anschließend ging der Blick nach vorne: Welche Maßnahmen sind bereits etabliert, und was folgt in naher Zukunft? Welche Ziele und Absichten sind damit verbunden – und inwieweit ist die OER-Strategie auch eine lernende Strategie?

Männlich gelesene Person neben einem Rednerpult vor einem großen Präsentations-Bildschirm stehend. Vor ihr sitzt Publikum.
Detlef Reuter berichtet über die OER-Strategie in Deutschland | Bildnachweis: Phil Dera / Forum Bildung Digita­li­sierung; nicht unter freier Lizenz.

CC-Lizenzen & OER: Wieso, weshalb, warum – und wie überhaupt?

Andrea Schlot­feldt

24.09.2025 15:15 Uhr

Der Fundus an offen lizen­zierten Materialien steigt permanent, mit entspre­chendem Nutzen für die Allge­meinheit (Stichwort „Bildung für alle“). Eine CC-Lizen­zierung ist mittler­weile häufig Bedingung für den Erhalt von Förder­mitteln. Aber wieso gibt es CC-Lizenzen überhaupt, wie funktio­nieren sie, und welchen konkreten Mehrwert haben sie? In dem Talk wurde niedrig­schwellig und praxisnah erläutert, welche verschie­denen Creative-Commons-Lizenzen es gibt, was diese für die Bildungs­arbeit im Bereich OER und OEP bedeuten, und was bei deren Einsatz rechtlich zu beachten ist. Anhand von Beispielen und Erfah­rungs­be­richten aus der Praxis erfuhren die Teilneh­menden, inwieweit es sich auch für sie lohnen kann, CC-lizen­zierte Materialien zu nutzen – oder auch eigene Lehr-/Lern­ma­te­rialien unter eine CC-Lizenz zu stellen.

Weiblich gelesene Person an einem Rednerpult in ein Mikrophon sprechend
Andrea Schlot­feldt zum Thema CC-Lizenzen | Bildnachweis: Nadine Zilliges / Forum Bildung Digita­li­sierung; nicht unter freier Lizenz.

KI-generierte Inhalte für OER – was bedeutet das in Sachen Urheber­recht?

Fabian Rack

24.09.2025 15:45 Uhr

Der Beitrag gab Praxis­hin­weise zum recht­lichen Umgang mit KI-generierten Inhalten bei der Erstellung von OER. Der Fokus lag darauf, wie beim Einsatz von genera­tiver KI das „Open“ in OER reali­siert wird – namentlich, wie hier eine sinnvolle Lizenz­praxis aussieht –, und außerdem, welche Fallstricke beim Einsatz von KI zu beachten sind. Ein Einblick wurde auch in die rechts­po­li­tische Diskussion um generative KI und das Urheber­recht gegeben.

Männlich gelesene Person neben einem Rednerpult vor einem großen Präsentations-Bildschirm in ein Mikrophon sprechend. Vor ihr sitzt Publikum.
Fabian Rack spricht über das Urheber­recht im Rahmen von KI-Nutzung | Nicole Hagen für OERcamp / Agentur J&K – Jöran & Konsorten unter CC BY 4.0

Was KI mit OER macht und was OER mit KI macht – Speku­lation über die nahe Zukunft

Jöran Muuß-Merholz

24.09.2025 16:45 Uhr

KI verändert, wie wir OER finden, erstellen, bearbeiten und teilen. Wie wir zusam­men­ar­beiten – mit Menschen und Maschinen. Wie wir „Materialien“ definieren und was als „Werkzeug“ gilt. KI löst urheber­recht­liche Probleme und schafft neue. Vielleicht stellt KI sogar das ganze Konzept von OER und den damit verbun­denen Zielen in Frage. Jöran Muuß-Merholz stellte in seinem Vortrag einige begründete Speku­la­tionen über die (nahe) Zukunft vor.

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Mehr Infor­ma­tionen

OER-förder­liche Bildungs­in­fra­struk­turen für die Schule

Susanne Friz

24.09.2025 17:15 Uhr

In den letzten Jahren sind viele OER-Infra­struk­turen wie Portale und Tools für die Schule entstanden, die teilweise wenig bekannt sind. Der Einblick in bereits bestehende Lösungen und solche, die sich in der Entwicklung befinden, sind oft schwierig. Der Talk gab einen Einblick in verschiedene Infra­struk­turen und Proble­ma­tiken. Das Ziel ist eine Art OER-Cockpit, das alle Funktionen der bishe­rigen Infra­struk­turen vereint, um OER zu finden, zu erstellen, zu nutzen und zu verbreiten. Außerdem wurde auf das BMBF geför­derte Projekt „MOERFI – Demo-Tage und Mapping von (OER–förderlichen) Bildungs­in­fra­struk­turen” hinge­wiesen, das bestehende und neue Infra­struk­turen durch drei Veran­stal­tungen sichtbar machen und Lösungen für bestehende Bedarfe an Schulen eruieren will. Im Herbst wird es einen weiteren Demo-Tag zum Thema „Tools, Editoren und Werkzeuge“ geben. Zudem wurden die einzelnen Bildungs­in­fra­struk­turen in der OER World Map sichtbar gemacht, um Lernende und Lehrende darüber zu infor­mieren.

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Mehr Infor­ma­tionen

Mini-Speedy-Barcamp – das schnellste OERcamp aller Zeiten!

Blanche Fabri, Jöran Muuß-Merholz

25.09.2025 10:00 Uhr

Das OERcamp ist 2012 als Barcamp auf die Welt gekommen. Bei Barcamps kommen Menschen mit ganz unter­schied­lichen Hinter­gründen zusammen, um sich zu ihren Themen auszu­tau­schen. Bei OER hat das viel ge- und bewirkt. Ein UNESCO-Report befand 2017: „Especially the barcamp/unconference format turned out to fit tremen­dously well developing a strong German OER community.“ 

Dennoch sollte hier kein Vortrag zum Barcamp-Format gehalten werden. Es ging um die Umsetzung! Beim Speedy-Barcamp haben sich Menschen in acht Sessions angeregt zu Themen wie „Kl in der Bildung – worüber wird bisher zu wenig geredet?“, „Ich habe Material / Anlei­tungen – Welche der vielen Platt­formen nutze ich jetzt?“ oder „Wie kann der sinnvolle Umgang mit KI in der Schule gelingen?” disku­tiert und ausge­tauscht.

Mini-Speedy-Barcamp-Sessi­onplan | Nicole Hagen für OERcamp / Agentur J&K – Jöran & Konsorten unter CC BY 4.0
Eine Gruppe von Menschen im Kreis sitzend und und diskutierend.
Eine Mini-Speedy-Session bei einem Mini-Speedy-Barcamp | Bildnachweis: Nadine Zilliges / Forum Bildung Digita­li­sierung; nicht unter freier Lizenz.

OER & OEP für eine bessere Welt: Offenheit als Bildungs­prinzip

Celestine Kleinesper, Jonas Lerch, Jørn Alraun 

25.09.2025 11:30 Uhr

Vier innovative Projekte zeigten, wie offene Bildung für Selbst­be­stimmung und Zukunfts­fä­higkeit gelingen kann:

Mit Articlett​.schule existiert ein Lernan­gebot, das Menschen befähigt, kritisch zu denken, logische Schlüsse zu ziehen und wissen­schaft­liche Infor­ma­tionen einzu­ordnen – als Gegen­ge­wicht zu Populismus und Desin­for­mation.

Offene Bildungs­res­sourcen (OER) stehen zudem im Zentrum eines Impulses, der wissen­schaft­liche, politische und zivil­ge­sell­schaft­liche Perspek­tiven zusam­men­führt: Welche Versprechen können OER wirklich einlösen, was gehört in das Reich der Mythen und wie wird Offenheit zur gelebten Praxis?

Und bei Code your School entwi­ckeln Schüler*innen mit Design Thinking Proto­typen zur Lösung konkreter Nachhal­tig­keits­pro­bleme – und erleben, wie digitale und technische Bildung mit Umwelt­be­wusstsein Hand in Hand gehen.

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Mehr Infor­ma­tionen

Celestine Kleinesper erklärt was OER zu einer besseren Welt beitragen kann | Nicole Hagen für OERcamp / Agentur J&K – Jöran & Konsorten unter CC BY 4.0

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Mehr Infor­ma­tionen

Jørn Alraun berichtet über Projekte von Caliope | Nicole Hagen für OERcamp / Agentur J&K – Jöran & Konsorten unter CC BY 4.0

Mit Articlett​.schule stellt Jonas ein Beispiel dafür vor, wie offene Bildungs­an­gebote Medien­kom­petenz stärken können: Das Lernan­gebot befähigt Menschen, kritisch zu denken, logische Schlüsse zu ziehen und wissen­schaft­liche Infor­ma­tionen einzu­ordnen – als wichtiges Gegen­ge­wicht zu Populismus und Desin­for­mation. Aus dem Beitrag lässt sich zugleich ablesen, wie groß das Potenzial von OER für eine bessere Bildungswelt ist – und dass es unter­stüt­zende Rahmen­be­din­gungen braucht, damit solche Projekte langfristig offen, frei zugänglich und wirksam bleiben können.

OERcamp​.global: Unsere inter­na­tio­nalen Akteure geben Einblick zum Stand von Open Education „around the wOERld“

Gašper Hrastelj und cOERe­spondents aus verschie­denen Ländern

25.09.2025 13:30 Uhr

Offene Bildungs­res­sourcen sind ein globales Phänomen, seit die UNESCO den Begriff „OER“ im Jahr 2002 geprägt hat. Commu­nities auf der ganzen Welt entwi­ckeln eigene Praktiken, während Regie­rungen und Insti­tu­tionen in zahlreichen Ländern Strategien und Policies imple­men­tieren. In dieser Session wurden gleich mehrere Einblicke in den Stand von OER auf der ganzen Welt gegeben. Mehrere „cOERre­spondents“ erklärten per Video­bot­schaft, welche Rolle OER und Open Education im jewei­ligen Land spielen. Zudem führten wir ein persön­liches Gespräch mit einem beson­deren Gast vor Ort: Gašper Hrastellj. Er ist General­se­kretär der Natio­nalen Kommission Slowe­niens für die UNESCO und war maßgeblich an der Organi­sation des 2nd OER UNESCO World Congress beteiligt. Zum Abschluss gab es eine exklusive Vorschau auf das OERcamp​.global, welches im November 2025 statt­finden wird; vom deutschen OERcamp-Team gemein­samen mit der Deutschen UNESCO Kommission ausge­richtet und vom BMBFSFJ gefördert.

Die kurzen Video­state­ments der Videoreihe „The cOERre­spondents – Open Education around the wOERld“ zeigen Moment­auf­nahmen aus unter­schied­lichen Regionen der Welt und machen deutlich, wie vielfältig Ansätze, Heraus­for­de­rungen und Rahmen­be­din­gungen von Open Education sind. Gemeinsam bilden sie einen globalen Resonanzraum für OER – und knüpfen direkt an die Idee des OERcamp​.global an.