Rückblick: OERcamp Werkstatt Detmold 2026

Vom 28. bis 30. Mai wurde das Zentrum für schul­prak­tische Lehrer­aus­bildung (ZfsL) zum Co-WOERking-Space: Dieser Rückblick auf die OERcamp Werkstatt in Detmold 2026 zeigt, wie knapp 100 Teilneh­mende an offenen Lehr- und Lernma­te­rialien arbei­teten, Ideen austauschten, Unter­stützung von Coaches nutzten und gemeinsam sichtbar machten, was durch Offenheit, Zusam­men­arbeit und ein bisschen „Wir machen das jetzt einfach“-Spirit entstehen kann.

Bevor es in Detmold richtig losging, gab es für die Teilneh­menden der OERcamp Werkstätten 2026 bereits einen gemein­samen digitalen Auftakt: beim online-Kick-Off am 26. Mai um 17:00 Uhr kamen die Gruppen aus Detmold und Wutöschingen erstmals zusammen. Sie erhielten erste Einblicke in das Werkstatt­format, konnten offene Fragen klären und bereits vorab andere Teilneh­mende kennen­lernen. So begann die Werkstatt nicht erst vor Ort, sondern mit einer ersten Orien­tierung und dem Gefühl: Wir machen uns gemeinsam auf den Weg.

Ankommen, orien­tieren, gemeinsam loslegen

„Ich wusste ja gar nicht, was mich hier genau erwartet.“ Dieser Satz fiel bei der OERcamp Werkstatt in Detmold 2026 gleich mehrfach. Er beschreibt ziemlich gut, was dieses Format ausmacht. Denn die Werkstatt ist keine klassische Fortbildung mit festem Stundenplan, bei der man Input für Input mitnimmt und am Ende mit vielen Notizen nach Hause geht. Sie ist eher ein Co-WOERking-Space: ein Ort, an dem Menschen mehre­reTage lang gemeinsam an Lehr- und Lernma­te­rialien arbeiten, Fragen stellen, Ideen sortieren, Proto­typen weiter­ent­wi­ckeln und zum Schluss Materialien als OER veröf­fent­lichen.

Viele der Personen vor Ort kamen mit einer Idee, einem fast fertigen Material, einer Skizze oder auch erst einmal mit der Frage: Was könnte ich eigentlich beitragen, was ich auch für meinen Arbeits­alltag nutzen kann? Und genau darin lag ein beson­derer Reiz der Werkstatt. Manche wussten sofort, woran sie arbeiten wollten. Andere setzten sich zunächst in unter­schied­liche Inputs, Sprech­stunden und Gespräche hinein, tasteten sich heran – und fanden erst im Laufe der Zeit heraus, welches Materi­al­vor­haben sie wirklich verfolgen wollten.

Im Rückblick, war das Material der rote Faden bei der OERcamp Werkstatt in Detmold 2026

Ein Bild zog sich durch die Werkstatt: Das eigene Material ist der rote Faden. Alles, was in diesen zwei Tagen passierte, konnte darauf bezogen werden: Welche Frage habe ich gerade? Welche Unter­stützung brauche ich? Welcher Input bringt mich weiter? Mit wem sollte ich sprechen? Und wann ist ein guter Moment, einfach weiter­zu­ar­beiten?

Schon am Donners­tag­abend half die Methode „Show me yours, I’ll show you mine“ dabei, die eigenen Vorhaben zu schärfen. Die Teilneh­menden erklärten sich gegen­seitig, woran sie arbeiten, welche Unter­stützung sie brauchen und was andere an ihren Ideen verstehen. Dabei ging es nicht nur darum, Materi­al­steck­briefe zu tauschen und für sich das eigene Vorhaben zu formu­lieren. Es ging auch darum, die eigene Idee so zu sortieren, dass andere daran andocken können.

Am Freitag wurde bei der OERcamp Werkstatt in Detmold 2026 dieser Arbeits­prozess dann noch sicht­barer: Auf einem analogen Kanban-Board wanderten Vorhaben im Laufe der Veran­staltung durch verschiedene Stationen – von „In Planung“ über „WOERk in progress“ bis hin zu „Fertig“ oder „Veröf­fent­licht“. Auch „Fürs nächste Mal“ hatte seinen eigenen Platz.

Ein Werkzeug­koffer, kein Pflicht­pro­gramm

Viele Inputs, Coaches, Sprech­stunden und Unter­stüt­zungs­an­gebote gehörten zum Programm der OERcamp Werkstatt Detmold 2026, welches jedoch nicht vollständig „abgear­beitet“ werden musste. Die einzelnen Bestand­teile sind eher ein Werkzeug­koffer: Nicht jedes Werkzeug wird für jedes Material gebraucht, nicht jeder Input passt zu jedem Arbeits­schritt. Es ist völlig in Ordnung, einen tollen Input auszu­lassen, wenn das eigene Material gerade etwas anderes braucht.

Die vielen Angebote waren also eine zusätz­liche Ressource. Entscheidend ist, sie so zu nutzen, dass sie das eigene Vorhaben unter­stützen.

Werkstatt-Spirit bei der OERcamp Werkstatt Detmold 2026: „Wir machen das jetzt einfach“

Besonders lebendig wurde der Werkstatt-Spirit in den vielen kleinen und großen Momenten, in denen aus einer Idee plötzlich gemein­sames Handeln wurde.
Ein Beispiel: Für das Materi­al­vor­haben „Dance 4 Europe“ brauchte ein Teilnehmer Menschen zum Tanzen, Singen und Mitmachen. Aus der Werkstatt wurde kurzerhand Tanzfläche, Chor und Produk­ti­onsraum. Fast alle Teilneh­menden sangen im Plenum eine Tonspur ein. Für eine dazuge­hörige Perfor­mance sollten Liedtexte auf Trans­pa­rente gespannt werden. Die dafür vorge­se­henen Zollstöcke waren zu instabil. Eine Teilneh­merin fand im Internet eine offene 3D-Druck­vorlage für Zollstock­ge­lenk­stopper, welche daraufhin direkt vor Ort gedruckt wurden.
Das ist einer dieser typischen OERcamp Werkstatt-Momente, nicht nur in Detmold 2026: Es gibt ein Problem, da sind Menschen mit Ideen, in einem Raum voller Offenheit für Lösungen. Und plötzlich heißt es nicht mehr „man müsste mal“, sondern: „Wir machen das jetzt einfach.“

OER beginnt nicht erst beim perfekten Produkt

Ein anderer Moment zeigte, wie breit der Begriff „Material“ gedacht werden kann. Zwei Teilneh­mende kamen mit der Idee für ein Open-Source-Portfolio-Tool für Schüler*innen. „Wir bräuchten eigentlich einen Program­mierer“, sagten sie und zeigten gleich­zeitig auf dem iPad eine ausführ­liche Skizze bezüglich Funktionen, Abläufe, Nutzungs­ideen und Konzept.
Dabei wurde deutlich: Auch diese Skizze ist bereits wertvoll. Sie kann anderen helfen, weiter­zu­denken, anzuknüpfen oder das Vorhaben gemeinsam voran­zu­bringen. OER beginnt nicht erst beim perfekten und fertigen Produkt. Auch Konzepte, Proto­typen, Entwürfe und Zwischen­schritte können es wert sein, veröf­fent­licht zu werden, gerade dann, wenn sie andere einladen, daran weiter­zu­ar­beiten.

Begeg­nungen und Vernetzung bei der OERcamp Werkstatt Detmold 2026

Neben den Materialien entstanden bei der OERcamp Werkstatt in Detmold 2026 noch viele andere Dinge: Begeg­nungen, neue Verbin­dungen, Aha-Momente und das Gefühl, mit den eigenen Fragen nicht allein zu sein. Eine Teilneh­merin fragte sinngemäß: Wie macht man eigentlich spannende Begeg­nungen sichtbar? Denn genau diese Vernetzung ist ein wichtiger Teil der Werkstatt und gleich­zeitig schwer zu messen.

Menschen aus unter­schied­lichen Bereichen merkten: Wir arbeiten eigentlich an ähnlichen Fragen. Oder: Wieso treffe ich dich erst jetzt? Immer wieder schlossen sich große und kleine Kreise zwischen Personen, Themen, Projekten, früheren Kontakten und neuen Ideen.

Auch die Atmosphäre trug zu berüh­renden Begeg­nungen, viel Lachen, intensive Diskus­sionen, manchmal zu Irritation und manches Mal auch zur Erschöpfung bei. Eine passende Beschreibung aus der Werkstatt lautete:

Erschöpft, aber aufge­laden.

Die OERcamp Werkstatt Detmold 2026, wie am Anfang des Jakobswegs

Eine Teilneh­merin verglich die OERcamp Werkstatt 2026 in Detmold mit dem Anfang des Jakobswegs. Man macht sich auf den Weg, oft auch für sich selbst. Gleich­zeitig trifft man unterwegs viele Menschen, wird unter­stützt, kommt ins Gespräch, sortiert sich neu. Es ist aufregend und heraus­for­dernd zugleich. Und es geht nicht nur darum, möglichst schnell anzukommen.
Auch die Werkstatt ist kein Marathon und kein Wettbewerb. Natürlich entstehen am Ende Materialien. Aber genauso wichtig ist der Weg dorthin: das gemeinsame Denken, das Teilen unfer­tiger Ideen, das Feedback, die Ermutigung, der Mut zur Veröf­fent­li­chung.
Am Ende entstehen Materialien. Aber oft entstehen noch ein paar andere Dinge gleich mit.

Die OERcamp Werkstatt kurz erklärt: Dein Bildungs­ma­terial im Mittel­punkt

Viele Momente aus Detmold zeigen: Die OERcamp Werkstatt lebt vom gemein­samen Arbeiten am eigenen Material. Das folgende Erklär­video erklärt noch einmal kurz, wie dieses Werkstatt-Prinzip funktio­niert.

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