Rückblick: OERcamp extra 2025 in München

Das OERcamp extra 2025 in München am 8.11.25 war eine besondere Gelegenheit, die neuesten Entwick­lungen im Bereich Open Educa­tional Resources (OER) zu disku­tieren und innovative Methoden auszu­pro­bieren. Highlight war die Koope­ration mit der Open Music Academy (OMA), die im Rahmen des Events am Tag vorher ihre OER-Inhalte zu Musik und Urheber­recht präsen­tierte. 

Für alle Inter­es­sierten sind die Inhalte auf deren Webseite ein wertvoller Beitrag zur Weiter­ent­wicklung von OER im Musik­be­reich. Weitere Infos zum OMA-Programm finden sich  auf der OMA-Seite.

Beim OERcamp extra tauschten sich Teilneh­mende in Workshops über Themen wie Urheber­recht, freie Lizenzen und das Engagement in der offenen Bildung aus.

Plenar­me­thode: „Workshop-Vertretung“

Die Plenar­me­thode „Workshop-Vertretung“ löst das klassische Problem, dass Teilneh­mende aus parallel statt­fin­denden Workshops auswählen müssen und dabei wichtige Inhalte anderer Sessions verpassen könnten. Die Plenar­mehtode kann wie folgt angewendet werden:
Zu Beginn der Veran­staltung gibt es kurze „Workshop-Pitches“, bei denen die Workshop-Leitenden ihre Themen vorstellen. Danach entscheiden sich die Teilneh­menden für den Workshop, der sie am meisten inter­es­siert. Gleich­zeitig haben sie jedoch die Möglichkeit, Fragen und Themen zu den anderen Workshops auf Karten zu notieren, die dann von anderen Personen in die Workshops getragen werden. Am Ende der ersten Workshop-Runde geben die Menschen, die für andere mitge­schrieben haben, ihre Antworten zu den notierten Fragen an die interessierte(n) Person(en) weiter, was zu vielen inter­es­santen Gesprächen führt und neue Verknüp­fungen ermög­licht. Diese Methode fördert nicht nur den Wissens­aus­tausch, sondern sorgt auch für eine soziale und vernet­zende Atmosphäre, in der spontane Gespräche und Kolla­bo­ra­tionen entstehen.

Kärtchen mit handgeschriebenem Text auf dem Fußboden verteilt; Personen stehen und hocken darum, sichten die darauf stehenden Fragen und nehmen sich Karten mit.
Plenar­me­thode: Teilneh­mende suchen sich Frage­karten aus, die sie „adoptieren“ können. Lizenz: Karoline Lorscheider für OERcamp / Agentur J&K – Jöran & Konsorten unter CC BY 4.0

Musika­lische Experi­mente

Der Workshop „Musik, Remix, Urheber­recht und freie Lizenzen“ mit Fabian Rack half zu verstehen, wie aus bestehenden Musik­stücken durch Verfremdung (Sampling) neue, rechtlich eigen­ständige Werke entstehen können. Fabian Rack zeigte, wie man ein rechts­si­cheres Sample erstellt und welche recht­lichen Überle­gungen dabei wichtig sind. Die Teilneh­menden experi­men­tierten selbst mit Ausschnitten aus bekannten Rockliedern und verän­derten diese so, dass das Original nicht mehr erkennbar war – und stellten dadurch die Schöp­fungshöhe im Urheber­recht praktisch nach.

Das Bildungs-Immun-System

Der Workshop „Engagement und Aktivismus für Offenheit und OER“ mit Christine Kolbe (BFB) beschäf­tigte sich mit der Frage, inwieweit OER nicht nur freie Materialien, sondern auch Teil einer globalen Bewegung für Bildungs­ge­rech­tigkeit sind. Mit Hilfe von sozio­me­tri­schen Methoden, bei denen sich die Teilneh­menden zu verschie­denen Aussagen über OER, Engagement und Aktivismus an unter­schied­lichen Stellen im Raum positio­nierten, drückten sie ihre Zustimmung oder Ablehnung aus. Dabei wurden inter­es­sante Metaphern wie das Bildungs­system als Immun­system verwendet, das sich durch den Kontakt mit Neuem weiter­ent­wi­ckelt. Der Workshop regte intensive Diskus­sionen und die Reflektion über das eigene Engagement an.

Sozio­me­trische Methode: Die Teilneh­menden positio­nieren sich im Raum, um ihre Zustimmung oder Ablehnung zu Aussagen wie „Ich denke, dass das Thema OER irgendwie mit Engagement zu tun hat …“ visuell auszu­drücken. Lizenz: Frank Homp für OERcamp / Agentur J&K – Jöran & Konsorten unter CC BY 4.0

Tipps und Tricks

Bei „OER erstellen mit KI-Tools“ mit Christina König erhielten die Teilneh­menden einen praxis­nahen Einblick in die Erstellung von OER-Materialien mit Hilfe moderner KI-Tools wie ChatGPT, DALL·E und Canva. Die Teilnehmer*innen lernten, wie sie mithilfe von Künst­licher Intel­ligenz offene Bildungs­res­sourcen erstellen und dabei recht­liche Aspekte sowie Creative-Commons-Lizenzen berück­sich­tigen können. Der praktische Teil zeigte, wie die Tools für die didak­tische Gestaltung von Materialien sinnvoll einge­setzt werden können.

„OER finden, erstellen und verbreiten“ mit Dr. Susanne Friz vermit­telte grund­le­gende Tipps und Tricks, wie man OER-Materialien findet, erstellt und verbreitet. Ein zentraler Bestandteil war die Bildungs­me­diathek MUNDO, bei der die Teilneh­menden lernten, wie man selbst OER hochlädt und verbreitet. Der Workshop endete mit einer inten­siven Diskussion über die Vorteile und Heraus­for­de­rungen von OER im Bildungs­alltag.

Begrüßung zum Auftakt. Lizenz: Karoline Lorscheider für OERcamp / Agentur J&K – Jöran & Konsorten unter CC BY 4.0

Ein Danke­schön an euch!

Das OERcamp extra 2025 hat gezeigt, wie wichtig der Austausch und das Teilen von Wissen in der OER-Community sind. Wir bedanken uns bei allen Teilneh­menden, Workshop-Leitenden und Partnern, die diese Veran­staltung zu einem vollen Erfolg gemacht haben. Ein besonders herzlicher Dank geht an Ilka Mestem­acher, Prof. Dr. Ulrich Kaiser und Shinta Walker für ihre Unter­stützung und ihren wertvollen Beitrag zum Erfolg der Veran­staltung.
Wir freuen uns auf die kommenden OERcamps und auf den weiteren Austausch in dieser spannenden und zukunfts­ori­en­tierten Bildungs­land­schaft!

2 Kommentare

Karo Team #OERcamp | 28.11.2025 um 15:58 Uhr

Liebe Wiebke, voraussichtlich kurz vor Weihnachten werden die Aufzeichnungen vom 7.11. vom Team der Open Music Academy veröffentlicht.

Wiebke Heuer | 25.11.2025 um 16:08 Uhr

Sehr interessante session. Es sollte doch Aufzeichnungen geben, oder? Ich habe keine bekommen.

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