Vom 4. bis 6. September 2025 zog es die Menschen nach Hannover, die sich für offene Bildung und digitale Lehr-Lern-Materialien engagieren. Die OER-Community zeigte, wie lebendig, inspirierend und vielfältig sie sich Jahr für Jahr präsentiert. Drei Tage lang nutzten Lehrkräfte, Bildungspraktiker*innen, Forschende und zahlreiche Neulinge die Räume der Hochschule Hannover und der Multi Media Berufsbildende Schule, um miteinander zu lernen, zu diskutieren und neue Impulse zu setzen. Knapp 200 Teilgebende gestalteten das Programm und prägten die Veranstaltung von Anfang bis Ende.
Bilder zum Download
Aufgrund des großen Interesses an den während unserer Veranstaltung aufgenommenen Fotos und der wiederkehrenden Nachfrage stellen wir hier für ein Jahr die Bilder des OERcamps 2025 in Hannover zur Verfügung.
Ein Meilenstein – die 1.000. Session!
Die Teilnehmenden organisierten 45 dynamische Barcamp-Sessions und steuerten 30 praxisnahe Workshops bei. Sie tauschten Wissen und Erfahrungen aus, brachten inspirierende Impulse ein und entwickelten im offenen Dialog konkrete Lösungen für die aktuellen Herausforderungen.
Am Freitag, dem 5.9.2025, feierte die Community die 1.000. OERcamp-Session seit 2012 mit Konfetti und noch mehr Applaus. (Das Kleingedruckte: Bei der Zählung werden sowohl die Barcamp-Sessions wie auch die geplanten Workshops seit dem ersten OERcamp 2012 gezählt.)
Die Sessions
Die Sessions, das Herzstück des Barcamps, boten den Teilnehmende die Möglichkeit zum Beispiel darüber zu diskutierten, wie Persistent Identifier OER nachhaltiger auffindbar machen können oder wie kollaborative Lernmodulproduktion in großen Verbünden funktionieren. Andere Sessions griffen konkrete Tools wie Canva im rechtssicheren Einsatz auf oder zeigten, wie „Zines“ Kreativität und Offenheit im Bildungsbereich fördern können.
Die Community setzte sich mit Fragen der Digitalisierung von Schule, Prüfungen mit KI-Unterstützung, barrierefreien OER und Lösungswegen für Pain Points aus der Praxis auseinander. Zu den Schwerpunkten gehörten außerdem die Kultur der Digitalität, Teilhabe, New Work, Metadaten sowie aktuelle politische Initiativen wie die des Bündnisses Freie Bildung. Weitere Themen reichten vom offenen Umgang mit Endgeräten über lehrkräftezentrierte Sessions, offene Lernsettings und Change-Management bis zu experimentellen Formaten wie Improtheater, OER-Zielen für 2025 oder Fragen zu KI und rechtlichen Rahmenbedingungen. Und das war nur eine kleine Auswahl aus dem vollgepackten Programm. Alle Sessions finden sich in der Programm-Übersicht zum OERcamp Hannover inklusive ihrer Dokumentation mit Etherpads. Wer mag, kann hier hineinschauen, stöbern, Informationen ergänzen oder nachtragen und natürlich, ganz im Sinne von OER und OEP, damit weiterarbeiten.
Die Community-Konsultation zu OEP
Bei der Community-Konsultation tauschten die Teilnehmenden ihre Ansichten zu Open Educational Practices (OEP) aktiv und strukturiert aus. Sie wurden von Sandra Schön methodisch angeleitet und durchliefen thematische Stationen, führten lebendige Dialoge und sammelten zentrale Impulse aus Wissenschaft, Praxis und Politik. So entstand ein facettenreiches Bild aktueller OEP-Perspektiven. Alles zur methodischen Gestaltung findet sich hier zum Nachlesen.
Das OERcamp griff das Thema OEP frühzeitig auf und lud Expert*innen ein, ihre Meinung zu teilen. Anhand von sechs Leitfragen illustrieren über 50 Statements, wie offen, kollaborativ und zukunftsträchtig die Community OEP versteht. Zahlreiche Praxisbeispiele zeigen die enge Verbindung zu OER, die Bedeutung gelebter Teilhabe und Zusammenarbeit sowie die Chancen von Künstlicher Intelligenz für offene Bildungspraktiken.
Ein Bühnengespräch mit Dr. Insa Thiele-Eich
Dr. Insa Thiele-Eich, Klimaforscherin, Kommunalpolitikerin und (F)Astronautin, begeisterte die Teilnehmenden mit einem anregenden Talk. Gemeinsam mit Jöran Muuß-Merholz diskutierte sie das Ziel „Weltverbesserung im Jahr 2025“. Mit ihrem vielseitigen Engagement, ihrer Erfahrung als fünffache Mutter und ihrem wissenschaftlichen Blick zeigte sie eindrucksvoll, wie Bildung und Wissenschaft die Gesellschaft bewegen und Zukunftsoptimismus stärken.
Und sonst so?
Die Teilnehmenden schufen auf dem OERcamp eine freundliche und wertschätzende Atmosphäre, in der sie ihr Wissen und ihre Ideen offen miteinander teilten. Viele berichteten, wie sehr das Miteinander von vertrauten und neuen Gesichtern dazu motiviert, das eigene Engagement für offene Bildungsressourcen fortzusetzen. Die Community nutzte Räume für Austausch, kreative Aktionen, die Kinderbetreuung und verwandelte das OERcamp in einen echten Ort der Begegnung für alle: offen, inklusiv und gemeinsam zukunftsorientiert. Zum Abschluss blickten viele schon voraus, denn die ersten Termine für weitere OERcamp-Formate im nächsten Jahr stehen bereit und die Community bleibt in Bewegung!
0 Kommentare